KDFB

Ein Blick in die Abt-Bessel-Kapelle in Buchen

Viele Buchener Bürger nutzten an Fronleichnam die Gelegenheit einen Blick ins Innere der ansonsten geschlossenen Abt-Bessel-Kapelle zu werfen. Auf Initiative des Buchener Frauenbundes wurde die Kapelle für Interessierte geöffnet.

Die Kleine Rundkapelle ist normalerweise eine Station bei der Fronleichnams- und Rochus-Prozession. Die verschlossene Kapelle wird dann geöffnet und von den Frauenbundfrauen mit einem Altar für das Allerheiligste und mit Blumen festlich geschmückt. In diesem Jahr musste die Prozession an Fronleichnam wegen der Corona-Krise leider ausfallen und der geplante Gottesdienst an einer der Stationen wurde wegen Regen in die Kirche verlegt.

Da auch beim Zweigverein Buchen wegen Covid19 sämtliche geplanten Angebote seit März nicht stattfinden können, wurde im Vorstand nach Alternativen gesucht. Die Frauen kamen auf die Idee, die Abt-Bessel Kapelle an Fronleichnam - auch ohne Prozession - der interessierten Bevölkerung von innen zu zeigen. In Absprache mit Stadtpfarrer Johannes Balbach haben Rosel Breunig, Ulrike Kleinert, Margot Linsler und Eva Strein die Idee in die Tat umgesetzt. Von 8.30 bis 15 Uhr wurde, unter strenger Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, die Kapelle geöffnet.

Die Initiative stieß auf ein überraschend großes Interesse. 96 Besucher aus Buchen und den Buchener Ortsteilen nutzten die Gelegenheit die Ausmalung, den skulpturalen Schmuck und die Bleiglasfenster von der Türe aus zu besichtigen. Wegen der Sicherheitsvorschriften war das Betreten der Kapelle nicht gestattet, die Treppe zur Türe war als "Einbahn" ausgeschildert.

Von vielen Seiten wurden die Frauen der Aufsicht für ihre Idee gelobt und selbst alteingesessene Buchener hatten die Kapelle noch niemals von innen gesehen.

Die Verantwortlichen des Frauenbundes können sich vorstellen, nach Ende der Einschränkungen, die Kapelle an einem Termin ganz zu öffnen, damit Besucher die besondere Atmosphäre des kleinen Rundbaus intensiv erleben können.

Die Buchener Abt.Bessel-Kapelle wurde im Jahr 1907, durch Spenden der Buchener Bürger,  als neubarocker Rundbau anstelle der barocken Vorgängerkapelle errichtet. Diese war 1712 vom aus Buchen stammenden Gottfried Bessel, Abt des Stifts Göttweig, gestiftet worden. Die Kapelle ist innen ausgemalt, auf einem altarähnlichen Steinsims mit eingemeißelter Geschichte der Kapelle steht eine Christusfigur. Drei bunte Bleiglasfenster zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Neben der Kapelle befinden sich ein Bildstock aus dem Jahr 1732 sowie zwei Steinkreuze.

Eva Strein

 

Die Geldübergabe anläßlich der Solibrot-Aktion 2020 beim Zweigverein Buchen

von links: Bäckermeister Peter Schlär und Otmar Lunkenheimer
Zweigvereinsvorstandsmitglieder Ulrike Kleinert und Brigitte Röckel

 

Der Anfang der Solibrot-Aktion 2020 in Buchen

An der Aktion „Solibrot“ des Katholischen Deutschen Frauenbundes und des Hilfswerks Misereor beteiligt sich auch die Bäckerei „Zuckerbeck“ in Hainstadt. Das Bild zeigt Bäckermeisterin Bettina Müller (Mitte) sowie Ingrid Weinmann (links) und Eva Strein (rechts) vom Frauenbund Buchen bei der Präsentation der Aktion. Foto: Maria Gehrig 

Hainstadt/Buchen. (mira) Der Arbeitstag von Bettina Müller geht früh los. Um 2 Uhr ist die Nacht vorbei. Dann knipst sie den Lichtschalter in der Backstube an und macht sich daran, die leckeren Teige für die Backwaren des Tages zu rühren und zu kneten. Darunter ist auch das "Solibrot", mit dem die Bäckerei "Zuckerbeck" gemeinsam mit dem katholischen Frauenbund Buchen während der Fastenzeit an der Aktion des KDFB-Diözesanverbandes Freiburg und des katholischen Hilfswerks Misereor teilnimmt.  

Bereits zum dritten Mal ist die begeisterte Bäckermeisterin bei "Solibrot" mit von der Partie, seit die Bäckerinnung Buchen ab 2018 auf Initiative von Peter Schlär geschlossen daran teilnimmt. Bettina Müller (geborene Breunig) wusste schon als Kind, was für einen Beruf sie ergreifen will: das Handwerk der Vorfahren, die seit 1865 in Hainstadt Brot backen. Die Tochter des Hauses hat den Betrieb 2017 von den Eltern übernommen. Das hat ihren Vater natürlich froh und stolz gemacht.  

Für das "Solibrot" hat sie das "Gassenhauerbrot" auserwählt. Es zeichnet sich durch eine ganz weiche Krume und eine knusprige Kruste aus. Der Kunde kann es mit und ohne Kümmel kaufen. "Das Tolle am Bäckerhandwerk ist, dass man kreativ sein kann und jeden Tag etwas Sichtbares produziert", sagt Bettina Müller. Zudem freut es die 36-Jährige, die Leute jeden Tag mit eigenen Backwaren verwöhnen zu können. 

Um 12 Uhr verlässt die junge Frau die Backstube. Dann ist die Familie an der Reihe, zu der zwei kleine Kinder gehören. Für sie war es keine Frage, ob sie an der Solidaritätsaktion des Frauenbundes mitmachen soll. Ihr Beitrag ist für sie selbstverständlich. Und so wirbt sie mit einem Plakat und einer Spendenkasse, die sie auf der Verkaufstheke aufstellt, in der Hoffnung, dass ein ordentlicher Betrag zusammenkommt. Das darf nicht nur der Teil aus dem Kauf des "Gassenhauerbrots" sein, sondern auch mal der ein oder andere Euro – einfach so. 

Wie Eva Strein vom Buchener Frauenbund erklärt, habe die "Solibrot"-Aktion seit der ersten Teilnahme im Jahr 2013 bisher über 6000 Euro zusammentragen können. Zu den 14 Mitgliedern der ehemaligen Bäckerinnung Buchen kommen noch drei weitere Betriebe hinzu. Aus dem Bereich der Seelsorgeeinheit Buchen beteiligen sich die Bäckereien Ottmar Lunkenheimer, Stefan Wittemann, Peter Schlär, Linus Schmitt und Peter Weber in Buchen, der Zuckerbeck (Oskar Breunig) und Robert Seifert in Hainstadt sowie Theo Slepkowitz in Hettingen.  

Die Aktion läuft von Aschermittwoch bis Karsamstag. Die gesammelten Spenden werden nach Abschluss vom Frauenbund an den Diözesanverband zur Unterstützung des Projekts "Mädchen auf der Straße: Hilfe für die Ärmsten (Kenia)" bei Misereor weitergeleitet. Eva Strein ist sich sicher: "Durch viele kleine Spenden kommt eine große Summe zusammen." Und die soll jenen zugutekommen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens zuhause sind.  

Ingrid Weinmann vom Frauenbund verdeutlicht ganz klar: "Nicht allen Menschen geht es so gut wie uns. Wir haben Brot im Überfluss – andere wären mit einer Scheibe schon zufrieden." 

Und so machen sich Misereor und der Deutsche Frauenbund gemeinsam stark für gerechte Lebensbedingungen für Frauen und Familien in südlichen Ländern. Zugleich werden Bäckereien vor Ort mit dem Kauf des "Solibrots" unterstützt. 

Die Referentin für Frauenpastoral, Regina Köhler (links), führte durch den Film- und Gesprächsabend des katholischen Frauenbundes Buchen unter dem Motto "Maria, schweige nicht". Das Bild zeigt sie zusammen mit der Frauenbund-Vorsitzenden Ingrid Weinmann. Bild: Maria Gehrig

Film- und Gesprächsabend: Regina Köhler informierte beim katholische Frauenbund Buchen über Positionen von Verbänden zur aktuellen Reformbewegung

"Weiter das gesteckte Ziel verfolgen"

Buchen. Die Katholische Kirche steckt in Zeiten des Umbruchs. Priestermangel, Missbrauchsskandal, eine überkommene Sexualmoral, vermehrte Kirchenaustritte und mangelnde Gleichberechtigung beim Zugang für Frauen zu den Weiheämtern rufen nach Veränderung. Die Diskussion ist voll im Gang. Und so veranstaltete der Katholische Frauenbund Buchen einen Film- und Gesprächsabend unter dem Motto "Maria, schweige nicht", zu dem die Vorsitzende Ingrid Weinmann ein interessiertes Publikum willkommen hieß.

Der Frauenbund greift damit das Anliegen der freien Frauen-Initiative "Maria 2.0" auf und weist so auf die Forderung nach einer zukunftsfähigen, geschwisterlichen und glaubwürdigen Kirche hin. Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, Priestern und Laien, eine partnerschaftliche Kirche und der Zugang aller Getauften und Gefirmten zu Sakramenten und Ämtern sind die Ziele.

Außerdem wird der Abbau klerikaler Machtstrukturen gefordert, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Nicht zuletzt geht es um eine Sexualmoral, die die Lebenswirklichkeit von Menschen achtet.

In der Frauenbund-Initiative "Maria, schweige nicht" sprächen Frauen über notwendige Veränderungen in der Kirche und stärkten sich gegenseitig, wie Regina Köhler vermittelte. Im Donnerstagsgebet werde für die Erneuerung der Kirche gebetet. Das Tragen eines weißen Accessoires im Gottesdienst symbolisiere die Taufgnade, die sowohl Frauen als auch Männern verliehen sei.

Die Referentin für Frauenpastoral brachte im Wimpinasaal vor rund 50 Frauen und wenigen Männern etwas Ordnung in die verschiedenen Initiativen von katholischen Frauen, denen an der Kirche und an der Verkündigung der frohen Botschaft gelegen ist.

Köhler erläuterte nicht nur die Positionen des Frauenbundes, sondern auch die der Frauengemeinschaften (kfd) mit ihren Aktionen "Macht Licht an!" und "Frauen, worauf wartet ihr?", in der es um eine geschlechtergerechte Kirche geht. Sie verwies gleichzeitig auf den Schweizer Frauenbund, der seine Aktion "Gleichberechtigung.Punkt.Amen" nenne.

Allerdings gebe es nicht nur fortschrittliche Tendenzen, sondern auch konservative Kreise unter dem Namen "Maria 1.0", die keine Aktualisierung der Frauenrolle in der Kirche wollten, sondern am jetzigen Status Quo festhalten möchten, so Köhler. Die Frauen sollten sich mit den Forderungen ihres jeweiligen Verbandes auseinandersetzen und sich fragen: "Kann ich da mitgehen?"

Gespannt verfolgten die Besucher den Film "Jesus und die verschwundenen Frauen". Er machte deutlich, wie Frauen, die Jesus nachfolgten, aufgrund einer männerzentrierten Sprache fast völlig aus den Evangelien verschwanden - und auch später im Bewusstsein des frühen Christentums nicht mehr präsent waren.

Maria Magdalena, die Jesus nahe stand, wichtigste Zeugin bei dessen Kreuzigung  und seine erste Apostelin war, wurde später als Sünderin dargestellt. Auch Lydia, welche als erste Christin in Europa getauft wurde, taucht in den Schriften kaum mehr auf. Ähnlich erging es Phöbe aus Kenchreä, die im Dienst der Verkündigung der frohen Botschaft tätig war.

Inzwischen rehabilitiert ist die Apostelin Junia, die deshalb aus den Büchern genommen wurde, weil man ihren Namen in die männliche Form umwandelte. Dank der Forschung einer Amerikanerin ist Junia seit 2016 wieder anerkannte Verkünderin des Gotteswortes.

In der anschließenden Diskussion war viel Frust zu spüren. Von einer kritisch eingestellten Katholikin wurde gefordert, lautstark zu bleiben, damit die Frauen der Kirche nicht gänzlich davonliefen. Zurückhaltung seitens der Frauen sei fehl am Platz, denn es gebe hochbegabte Theologinnen, die sich nur zu gern einbringen würden. Bedauert wurde, dass momentan nichts vorangehe.

"Wir laufen gegen eine Wand", war von anderer Seite zu hören. Angeprangert wurden das Machtgehabe der Katholischen Kirche sowie die patriarchalischen Strukturen. Dass Klagen und Jammern allein nicht die Lösung sein könne, machte Regina Köhler deutlich. Sie rief dazu auf, neue Ideen zu entwickeln, solidarisch zu sein und weiter das gesteckte Ziel zu verfolgen. Dekan Johannes Balbach betonte, dass man die nötige Akzeptanz in der Kirche und der Gesellschaft brauche.

Am Ende des informativen Abends ermunterte Regina Köhler die Frauen, sich argumentativ zu positionieren mit dem Beispiel: Eine Frau als Priesterin? - Warum nicht? Denn deutlich wurde im Saal, dass viele Frauen keine schweigende Dienerinnenschar mehr sein wollen.  Maria Gehrig

Wallfahrt Walldürn 2019

 

Ein fester Bestandteil des Jahresprogramm des Buchener Frauenbund-Zweigvereins ist die Fußwallfahrt zur Frauenwallfahrt nach Walldürn. Am frühen Morgen des 3. Juli starteten die Frauen – in diesem Jahr waren es 25 -, um die rund zehn Kilometer entfernte Wallfahrts-Basilika pünktlich zum Gottesdienst um 10 Uhr zu erreichen.

Die Wallfahrt zum Heiligen Blut ist eine der großen Wallfahrten in Deutschland und wird seit dem späten Mittelalter jährlich durchgeführt. In den vier Wochen um den Juni (der genaue Termin richtet sich nach dem Ostertermin, in diesem Jahr lag er also sehr spät) kommen jedes Jahr rund 100.000 Besucher, unter anderem auch hunderte zählenden Gruppen aus Köln und dem Eichsfeld. Vereehrt wird in der Walldürner Wallfahrtskirche ein Korporale (Altardecke), auf dem sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf Häuptern Christi mit der Dornenkrone, gezeigt hatte, nachdem ein Priester den Kelch mit gesegnetem Wein darauf umgestoßen hatte.

Das Walldürner Blutwunder ist auf zahlreichen Flurdenkmalen der Region dargestellt. Auch entlang des alten Wallfahrtsweges von Buchen nach Walldürn steht ein solches Denkmal, dazu weitere Bildstöcke und Kreuze. Die Frauenbund-Gruppe machte an diesen Glaubenszeugnissen Halt, um zu singen und zu beten. Frauenbundmitglied Margot Linsler hatte mit ihrer Schwester Maritta Tessmer zum diesjährigen Thema der Regionalwallfahrt der Frauen " Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" passende Lieder, Gebete und Fürbitten ausgearbeitet.  Dazwischen lagen Wegstrecken auf den geschwiegen wurde, aber es gab auch reichlich Gelegenheit zum Erzählen. Die letzte Station vor der Basilika ist traditionell an der Walldürner Marienkirche. Beim Hochamt in der Basilika predigte der aus dem Buchener Stadtteil Hettingen stammende Franziskaner-Pater Pius Kirchgeßner. Gestaltet wurde der feierliche Gottesdienst von der Referentin für Frauenpastoral Regina Köhler mit ihrem Vorbereitungsteam. "Vertraut den neuen Wegen" sangen die Frauen in der vollbesetzten Basilika bevor es zum gemeinsamen Mittagstisch in den Pfarrsaal ging. Einige der Teilnehmerinnen blieben noch zur nachmittäglichen Andacht und zur Lichterprozession mit Frauenliturgie am Abend.

Solibrotaktion 2019

Besichtigungsfahrt