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Reise nach Flandern – Auf den Spuren der Beginen

Gruppenfoto Flandern

25.08.2026

Der DV-Freiburg unternahm eine mehrtägige Bildungs- und Kulturreise nach Flandern. Die Fahrt wurde mit dem Busunternehmen Lindinger aus Waldkirch durchgeführt. Die Reiseleitung hat die geistliche Begleiterin des DV Freiburg, Bettina Wittmer, übernommen. Schon während der Fahrt führte sie die Teilnehmer*innen in das Leben der Beginen ein und bereicherte mit vielen spirituellen Impulsen und Anekdoten die Veranstaltung, unterstützt von der Vorsitzenden, Daniela Krause. So wurde den 25 Mitreisenden eine gelungene Verbindung aus Geschichte, Spiritualität, Kultur und Gemeinschaft geboten.

Bereits auf der Anreise wurden interessante Zwischenstopps eingelegt. Ein erster Höhepunkt war der Besuch der Benediktinerabtei Maria Laach, deren beeindruckende romanische Klosterkirche, spirituelle Atmosphäre und Schmiedekunst die Reisenden in ihren Bann zog.

Anschließend führte der Weg über Aachen, wo die Mitreisenden bei einer Stadtführung die Geschichte der Kaiserstadt und den bedeutenden Aachener Dom mit seiner Verbindung zu Karl dem Großen näher kennenlernten. Natürlich wurden auch die berühmten Aachener Printen probiert sowie der „Aachener Gruß“ geübt. Der Besuch des Internationalen Katholischen Hilfswerk „Missio“ mit der Ausstellung zum immer noch bestehenden Hexenwahn u.a. in Papua-Neuguinea war für viele ein Schock und zeigte die wertvolle Arbeit von Missio, das 50% der Spenden für Frauen-Projekte ausgibt, in einem neuen Licht.

Im Mittelpunkt der Reise standen jedoch die historischen Beginenhöfe in Mechelen, Brügge und Gent, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Im Rahmen fachkundiger Stadtführungen erhielten die Teilnehmer*innen einen umfassenden Einblick in das Leben der Beginen. Diese Frauen lebten seit dem Mittelalter in religiös geprägten Gemeinschaften, ohne einem Orden anzugehören, widmeten sich dem Gebet sowie sozialen Aufgaben wie der Krankenpflege, Begleitung Sterbender, der Bildung und der Unterstützung Bedürftiger. Ihre eigenständige Interpretation der Bibel und des Glaubens brachten sie oft in Konflikt mit der kath. Kirche, die den Frauen jegliche Rechte absprach. Konflikte ergaben sich ebenfalls durch ihre Geschäftstüchtigkeit, da sie auch in eigener Handarbeit Gemüse anbauten, Tücher webten oder Bier brauten.

Die liebevoll erhaltenen Beginenhöfe mit ihren kleinen Häusern, Gärten und Kirchen vermittelten einen lebendigen Eindruck von dieser besonderen Lebensform. Die Führungen machten deutlich, welche außergewöhnliche Bedeutung die Beginen für die Stellung der Frau im Mittelalter hatten und wie modern viele ihrer Werte – Gemeinschaft, Eigenverantwortung, Solidarität und Nächstenliebe – auch heute noch erscheinen.

Neben den historischen Informationen boten die Stadtführungen durch Mechelen, Brügge und Gent zahlreiche kulturelle Eindrücke. Die prachtvollen Marktplätze, Kirchen, Grachten und historischen Gebäude zeigten die Vielfalt und Schönheit der flämischen Städte und machten die Geschichte Flanderns lebendig erlebbar. Die Fahrt nach De Haan ans Meer mit dem wunderschönen Sandstrand war nach den vielen Eindrücken eine willkommene Abwechslung.

Neben dem inhaltlichen Programm kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz. Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche zwischen den Stadtführungen oder abends in der Bar bei einem der berühmten Biere und das Erleben der Reise stärkten den Zusammenhalt der Teilnehmenden und boten viele Gelegenheiten zum Austausch.

Die Flandern-Fahrt verband auf eindrucksvolle Weise Bildung, Spiritualität und Gemeinschaft und hinterließ zahlreiche nachhaltige Eindrücke. Die Reise machte deutlich, dass die Geschichte der Beginen bis heute Anregungen für das gesellschaftliche und kirchliche Leben geben kann. Ihr Mut zu einem eigenständigen, verantwortungsvollen und solidarischen Leben, sowie ihr Einsatz für andere Menschen bleiben ein beeindruckendes Vorbild. So kehrten die Teilnehmer*innen mit vielen neuen Erkenntnissen, bereichernden Begegnungen und schönen Erinnerungen in ihre Heimat zurück.

 

Text: Daniela Krause

Bild: Günter Schmutz

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