Den gemeinsamen Online-Servicebereich für Führungskräfte "Mein KDFB intern" von KDFB Landesverband Bayern und KDFB Bundesverband finden Sie auf frauenbund.de.

Menü

Frauen stärken – Seminar im DV Freiburg

Selbstbehauptungsübungen beim Frauenstärkungsseminar

22.04.2026

Ende März lud der DV Freiburg zu einer Veranstaltung ins Kloster Maria Hilf in Bühl ein und befasste sich mit dem Thema „Gewalt in der Familie“. Daniela Krause gestaltete mit den Teilnehmerinnen als Einstiegsimpuls ein Netz, um die Verbundenheit aller sichtbar darzustellen. Es zeigte wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu stärken und zu tragen, besonders bei schwierigen Themen und in bedrohlichen Situationen.

Der erste Referent war Tilo Meißner, Polizeihauptkommissar und Opferschutzkoordinator aus dem Polizeipräsidium Offenburg, der über die gesetzlichen Vorgaben und die Polizei als Exekutive berichtete. Anhand zahlreicher Beispiele aus seiner langjährigen Erfahrung untermauerte er, was Gewalt gegen Frauen im privaten und öffentlichen Raum bedeutet und wann Notwehr gegeben ist. Er wies auf die neue Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ hin, die es in jeder Polizeistelle in Baden-Württemberg gibt. Dank des neuen Gewaltschutzgesetzes sei es auch möglich, ohne Anzeige bei der Polizei z.B. einen Platzverweis für gewalttätige Partner beim Familiengericht zu erwirken. Er machte den Frauen Mut, Beratungsstellen aufzusuchen wie „Frauen helfen Frauen“ im Landkreis Rastatt oder „Frida“ im Landkreis Emmendingen. Neu war vielen Frauen die Notrufnummer 116 016, unter der jede Frau eine kostenlose Beratung und Hilfestellung in ganz Deutschland erhalten kann. Unter der Bezeichnung „Rosenstraße 8a“ gibt es u.a. in Offenburg und Nürnberg einen Projekt- und Beratungsraum, in welchem wirtschaftliche und emotionale Kontrolle und Demütigung verdeutlicht werden. Die vielen Informationen begleiteten die Teilnehmerinnen durch den Abend.

Am nächsten Tag lernten die Frauen mit der Referentin Marion Balthasar Strategien zur Selbstbehauptung kennen. Schon selbstbewusstes Auftreten ist dabei sehr wichtig. Bei den Übungen zur Selbstverteidigung zeigte die Referentin wie man Fingernägel, Handfläche, Ellbogen, Knie und auch Zähne und laute Rufe selbstsicher gegen den Angreifer einsetzt. Für viele Frauen wurde deutlich, dass dazu auch Übung gehört.

Am Nachmittag referierte Bine Walter vom Frauenhaus Rastatt über die Psychodynamik der häuslichen Gewalt. Zuerst stellte sie das Täterprofil vor. Sie wies darauf hin, dass viele Täter – abgesehen von psychisch Kranken – oft mit wenig Liebe und Anerkennung aufgewachsen sind, selbst Gewalt erfahren haben und gegenüber der eigenen Partnerin und Familie mit Macht und extremer Kontrolle agieren. Sehr oft sind Täter narzisstische Persönlichkeiten mit einem eigenen Weltbild, unfähig zu echter Liebe und unfähig sich in die Personen in ihrer Umgebung hineinzuversetzen und damit echte Empathie zu empfinden. Ihnen geht es ausschließlich um das eigene Wohl, für das alle in der Umgebung verantwortlich gemacht werden, insbesondere die Partnerin. Da viele dieser narzisstischen Täter eine ausgeprägte Begabung zur Manipulation haben, fällt es vielen Frauen schwer, dieses destruktive Beziehungsgeflecht zu durchschauen und zu durchbrechen. Oft braucht es bis zu sieben Anläufe, ehe sie sich definitiv aus dieser zerstörerischen Abhängigkeit lösen können, da ihr Selbstbewusstsein gezielt untergraben wurde.

Die Veranstaltung endete für alle sehr nachdenklich mit dem Bewusstsein, im Alltag wachsamer zu sein, Beratungsstellen bekannter zu machen und mit der Überzeugung, dass wir Frauen ein Netz bilden müssen, in dem wir uns gegenseitig auffangen können.

Text: Daniela Krause

KDFB Icon
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 130.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
Folgen Sie uns!
© 2026 | Katholischer Deutscher Frauenbund Diözesanverband Freiburg e.V.